Eindringprüfung (PT) an Bauteilen und Schweißnähten
Wir machen oberflächenoffene Risse, Poren, Überwalzungen und Bindefehler an Eisen- und Nichteisenwerkstoffen sichtbar, mit Eindringmittel, Entwickler und Bewertungsmaßstab nach ASTM E165 und ISO 3452.
- Oberflächenoffene Ungänzen an nicht porösen Werkstoffen
- Anwendbar an Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Bronze und Titan
- Ablauf und Empfindlichkeitsstufe nach ASTM E165 und ISO 3452
- Prüfung im Werk oder in der Werkstatt, ohne Magnetisierung des Bauteils

PT
Farbeindringprüfung
Was ist die Eindringprüfung?
Die Eindringprüfung (PT), auch Farbeindringprüfung genannt, macht oberflächenoffene Ungänzen an nicht porösen Werkstoffen sichtbar, an Eisen- und Nichteisenwerkstoffen gleichermaßen. Auf die gereinigte Oberfläche wird ein Eindringmittel mit hoher Kapillarwirkung aufgebracht, das in die Ungänze eindringt; der Überschuss wird entfernt und ein Entwickler zieht das verbliebene Eindringmittel heraus: die Anzeige erscheint mit einem Kontrast, der die tatsächliche Breite des Fehlers vergrößert und ihn damit sichtbar macht.
Sie ist das Verfahren der Wahl, wenn der Werkstoff nicht ferromagnetisch ist und deshalb keine Magnetpulverprüfung zulässt: austenitische Edelstähle, Aluminium, Kupfer, Bronze, Titan und Nickellegierungen. An Kohlenstoffstählen sind beide Verfahren anwendbar; die Wahl hängt davon ab, ob die gesuchte Ungänze nur oberflächenoffen oder auch unter der Oberfläche liegt.
Das Ergebnis hängt von der Oberflächenvorbereitung ab: Farbe, Zunder, Schlacke oder Fett versperren dem Eindringmittel den Weg und erzeugen Scheinanzeigen, weshalb die Prüfung mit der Reinigung des Prüfbereichs beginnt. Durchführung und Auswertung übernehmen nach IRAM-ISO 9712 zertifizierte Prüfer, und der Bericht hält Lage, Art und Größe jeder Anzeige samt ihrer Einordnung nach dem Bewertungsmaßstab des anzuwendenden Regelwerks fest.
Was die Eindringprüfung leistet
Ein Oberflächenverfahren, das weder elektrischen Strom noch eine Magnetisierung des Bauteils braucht
Oberflächennachweis
Risse, Poren, Überwalzungen und Bindefehler, die zur Oberfläche hin offen sind.
Auswertung vor Ort
Die Anzeige entsteht während der Prüfung, ohne Probenversand ins Labor.
Bericht mit Bewertungsmaßstab
Lage, Art und Größe jeder Anzeige nach dem anzuwendenden Regelwerk.
Qualifiziertes Personal
Durchführung und Auswertung durch nach IRAM-ISO 9712 zertifizierte Prüfer.
Häufige Fragen zur Eindringprüfung
Was weist die Eindringprüfung nach?
Sie weist oberflächenoffene Ungänzen an nicht porösen Werkstoffen nach: Ermüdungsrisse, Schrumpfrisse, Poren, Walzüberlappungen, Bindefehler und fehlende Durchschweißung in Schweißnähten. Innere Fehler und geschlossene Ungänzen erfasst sie nicht; dafür ist ein Volumenverfahren wie die Ultraschallprüfung erforderlich.
An welchen Werkstoffen ist sie anwendbar?
An jedem nicht porösen Werkstoff, ob Eisen- oder Nichteisenwerkstoff: Kohlenstoffstähle, austenitische Edelstähle, Aluminium, Kupfer, Bronze, Titan, Nickel und deren Legierungen sowie glasierte Keramik und Kunststoffe, die vom Eindringmittel nicht angegriffen werden. Nicht anwendbar ist sie an porösen Werkstoffen und an Oberflächen mit Farbe, Beschichtungen oder Zunder, die das Eindringen der Flüssigkeit verhindern.
Wann Eindringprüfung und wann Magnetpulverprüfung?
Die Eindringprüfung ist das Verfahren der Wahl, wenn der Werkstoff nicht ferromagnetisch ist und daher nicht magnetisiert werden kann: austenitische Edelstähle, Aluminium, Kupfer oder Titan. An ferromagnetischen Werkstoffen wie Kohlenstoffstahl zeigt die Magnetpulverprüfung zusätzlich Ungänzen unter der Oberfläche, während die Eindringprüfung auf oberflächenoffene Ungänzen beschränkt bleibt.
Wie läuft die Prüfung ab?
Reinigung der Oberfläche, Auftragen des Eindringmittels und Einwirkzeit, Entfernen des Überschusses, Auftragen des Entwicklers und Bewertung der Anzeigen nach Ablauf der Entwicklungszeit. Nach der Bewertung folgt die Endreinigung des Bauteils. Ablauf, Zeiten und Empfindlichkeitsstufe richten sich nach ASTM E165 und ISO 3452.
Welche Normen und Bewertungsmaßstäbe gelten?
Das Verfahren folgt ASTM E165 und ISO 3452. Die Bewertungsmaßstäbe stammen aus dem Bau- oder Betriebsregelwerk des Bauteils: ASME Abschnitt V für das Verfahren und ASME Abschnitt VIII für Druckbehälter sind die häufigsten. Die Qualifizierung des Personals richtet sich nach IRAM-ISO 9712, im Einklang mit den empfohlenen Praktiken der ASNT.
Verwandte Leistungen
Referenznormen
- IRAM — Norm IRAM-ISO 9712 zur Qualifizierung von ZfP-Personal
- American Society for Nondestructive Testing (ASNT) — internationale Referenz für ZfP-Methoden und -Qualifizierung
- ASME — Druckbehältercode und Schweißqualifikation